EnEV 2016 und DIN 1946 Teil VI
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EnEV 2016 und DIN 1946 Teil VI

Worauf Sie als Planer und Hausbesitzer achten sollten.

In der EnEV (Energiesparverordnung) sind alle energetischen Gesichtspunkte von Gebäuden geregelt. Diese zählen nicht nur für Neubauten, sondern auch für die Altbausanierung. Das Referenzgebäude in der EnEV gibt Ihnen Werte für alle Bauteile (z.B Wände, Dach oder Fenster) sowie für die Haustechnik (z.B. Warmwasser und Heizwasserbereitung oder Lüftungsanlagen) vor, die Sie erfüllen müssen. Bei einer Abweichung an einer Stelle vom Referenzgebäude, müssen Sie an anderen Bauteilen für Ausgleich sorgen.

In der EnEV werden die Dichtheit und der Mindestluftwechsel in § 6 Abs. 1 und Abs. 2 erwähnt.

Abs. 1 „Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen
dauerhaft luftdurchlässig entsprechend der Stand der Technik abge dichtet ist.“

Das beutetet, dass Sie Ihr Haus so abdichten müssen, dass kaum Luft durch die sogenannte Infltration (Luftbewegung durch die
Undichtigkeiten im Haus) in Ihr Haus strömt. Im Abs. 2 wir aber dem Abs. 1 widersprochen, in diesem steht:

Abs. 2 „Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluft
wechsel sichergestellt ist.“ Somit müssen Sie Ihr Haus abdichten, aber müssen den gesundheitlichen Mindestluftwechsel realisieren. Dieser Mindestluftwechsel wird in der DIN 1946 Teil 6 beschrieben und berechnet.

DIN 1946 Teil 6

Allgemein
Die DIN 1946 Teil 6, Lüftung von Wohnungen regelt verbindlich die Sicherstellung der erforderlichen Be- und Entlüftung von Wohnungen. Für jedes Bauvorhaben – ob Neubau oder Sanierung – ist ein Lüftungskonzept mit Nachweis und entsprechenden Festlegungen des für den Bautenschutz und die Raumhygiene notwendigen Mindestluftwechsel zu erstellen. Im Lüftungskonzept wird berechnet und entschieden, ob eine lüftungstechnische Maßnahme als freies oder ventilatorengestütztes Lüftungssystem erforderlich ist.

Das Lüftungskonzept
Die DIN 1946-6 verlangt jetzt die Erstellung eines Lüftungskonzeptes für Neubauten und Renovierungen. Für letztere ist ein Lüftungskonzept notwendig, wenn im Ein- und Mehrfamilienhaus mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. im Einfamilienhaus mehr als 1/3 der Dachfläche neu abgedichtet werden. Das heißt: Der Planer oder Verarbeiter muss festlegen, wie aus Sicht der Hygiene und des Bauschutzes der notwendige Luftaustausch erfolgen kann. Das Lüftungskonzept kann von jedem Fachmann erstellt wer den, der in der Planung, der Ausführung oder der Instandhaltung von lüftungstechnischen Maßnahmen oder in der Planung und Modernisierung von Gebäuden tätig ist. Wichtigste Frage bei der Erarbeitung des Lüftungskonzeptes ist, wie die Lüftung zum Feuchteschutz sicher gestellt werden kann. Faktoren, die in die Berechnung einfließen, sind Dämmstandard und Art sowie Lage des Gebäudes. Erstere geben den Hinweis darauf, mit welchen Undichtheiten in der Haushülle gerechnet werden kann. Die Wohnfläche zeigt die zu erwartenden Belastungen. Die Lage des Hauses ist wichtig, um die Windbelastung einzuschätzen. Es gilt die Faustregel: Je mehr Wind, desto größer die natürliche Infltration. In der Norm ist deswegen eine Windkarte des Deutschen Wetterdienstes hinterlegt.

Lüftungstechnische Maßnahmen
Reicht die Luftzufuhr über Gebäudeundichtheiten nicht aus, um die Lüftung zum Feuchteschutz sicher zu stellen, muss der Planer lüftungstechnische Maßnahmen vorsehen. Das kann die zusätzliche Lüftung über Schächte oder in der Außenhülle eingelassene Ventile, so genannte Außenwandluftdurchlässe (ALD), sein oder über die ventilatorgestützte Lüftung von technischen Wohnungslüftungsanlagen erfolgen. Für diese Stufe ist es unzulässig, aktive Fensterlüftung durch die Bewohner einzuplanen. Die Lüftung zum Feuchteschutz muss nutzerunabhängig funktionieren! Auch für die nachfolgenden Lüftungsstufen muss der Planer festlegen, wie er den notwendigen Luftaustausch erzielen will. Bei Quer- und Schachtlüftungssystemen muss er die aktive Fensterlüftung schon ab der reduzierten Lüftung einplanen und sollte den Nutzer explizit darauf hinweisen. Bei der ventilatorgestützten Lüftung kann – falls erforderlich – der Planer das aktive Öffnen der Fenster bei der Intensivlüftung berücksichtigen. Bei erhöhten Anforderungen an Energieeffzienz, Schallschutz und Raumluftqualität ist immer eine ventilatorgestützte Lüftung erforderlich.

Die Lüftungsstufen

Lüftung zum Feuchteschutz
Lüftung in Abhängigkeit vom Wärmeschutzniveau des Gebäudes zur Gewährleistung des Bautenschutzes (Feuchte) unter üblichen
Nutzungsbedingungen bei teilweise reduzierten Feuchtelasten (z.B. zeitweilige Abwesenheit der Nutzer, Verzicht auf Wäschetrock
nen). Diese Stufe muss gemäß Norm ständig und nutzerunabhängig sicher gestellt sein.

Reduzierte Lüftung
Zusätzlich notwendige Lüftung zur Gewährleistung des hygienischen Mindeststandards (Schadstoffbelastung) und Bautenschutzes bei zeitweiliger Abwesenheit des Nutzers. Diese Stufe muss weitestgehend nutzerunabhängig sicher gestellt sein.

Nennlüftung
Beschreibt die notwendige Lüftung zur Gewährleistung der hygienischen und gesundheitlichen Erfordernisse sowie des Bauten schutzes bei Normalnutzung der Wohnung. Der Nutzer kann hierzu teilweise mit aktiver Fensterlüftung herangezogen werden.

Intensivlüftung
Dient dem Abbau von Lastspitzen (z. B. durch Kochen, Waschen) und auch hier kann der Nutzer teilweise mit aktiver Fensterlüftung
herangezogen werden

Sonderfall „Fensterlose Räume“
Einen Sonderfall stellen fensterlose Räume in einer Wohnung dar. Ihre Belüftung muss nach wie vor nach den Vorgaben der aktuellen
DIN 18017-3 Ausgabe Juli 2009 geplant und umgesetzt werden. Gemäß der DIN 1946-6 können die für fensterlose Räume vorgesehenen lüftungstechnischen Maßnahmen ausreichend sein, um die Versorgung der gesamten Wohneinheit mit frischer Luft zu gewährleisten. Auch dies muss für den Einzelfall geprüft werden und ist mit einigen Fragen verbunden. So stellt sich die Frage, inwieweit eine abschaltbare Belüftungseinrichtung im Bad ausreichend für die Lüftung zum Feuchteschutz der gesamten Wohnung sein kann, wenn sie in der Regel nur kurze Zeit am Tag läuft.

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